Matanzas – Stadt mit zwei Seelen

Kuba, Matanzas, Kinder spielen im Wasser des Rio St. Juan unter  unter der Brücke Puente Calixto Garcia im Schatten.
Flüsse und Brücken prägen das Stadtbild von Matanzas.
Kinder spielen unter der Puente Calixto Garcia im Rio St. Juan.
Zwischen den Publikumsmagneten Havanna und Varadero liegt das von Touristen wenig beachtete Matanzas. Die Stadt ist nur 20 Kilometer vom internationalen Fughafen bei Varadero entfernt und deshalb sehr leicht erreichbar. Das unspektakuläre Matanzas wird von grandiosen Landschaften umgeben. Im Osten Richtung Varadero erstreckt sich die Flusslandschaft des Rio Canimar. Das eindrucksvolle Naturschutzgebiet erinnert ein wenig an den Amazonas. Unmittelbar westlich der Stadt kommt man in das grüne Yumurital, eine für das ländliche Kuba ganz charakteristische Kulturlandschaft.


Kuba, Matanzas, Haus bemalt mit dem Emblem der Cocodrilos, ein grinsendes Krokodiel mit Baseballkappe und Baseballschläger
Überall findet man das Emblem der »Krokodile«. Der Ruhm des Baseballteams ist jedoch längst verblasst.

Kuba, Matanzas, Schiff im Hafen lädt Dünger
Matanzas ist eine Industriestadt. Das Schiff wird mit Dünger
beladen. Außer einer Düngerfabrik gibt es noch ein großes
Kraftwerk und eine Zementfabrik.

Warum Matanzas?

»Matanzas ist eine der uninteressantesten kubanischen Provinzhauptstädte« – so urteilt im Originalton ein renommierter deutscher Reiseführer. Kein Weltkulturerbe wie 100 Kilometer weiter westlich in Havanna, kein karibisches Strandparadies wie 40 Kilometer östlich bei Varadero. An der Bucht von Matanzas mit dem geschützten Hafen liegt einfach nur das schäbige Zentrum einer grauen Industriestadt. Kaum sonst in Kuba sind Straßen und Kanalisation so heruntergekommen. Viele Häuser gleichen Ruinen, kaum zu glauben, dass jemand darin wohnt.

Kuba, Matanzas, Pueblos Viejo, völlig heruntergekommene Häuser, fast Ruinen, davor alter, kaputter Straßenkreuzer
Trostlose Ecken findet man in jeder kubanischen Stadt, doch Matanzas wirkt besonders heruntergekommen. 

Kuba, Matanzas, Iglesia de Montserrat, klassizistische Eingangsfront, davor allegorische Figuren
Katalanische Kolonialisten bauten die Iglesia de
Montserrat hoch über der Stadt. Von hier hat man einen
tollen Ausblick über die Bucht von Matanzas
und das Yumurital.

Athen in Kuba

So bescheiden das Image von Matanzas aus touristischer Sicht auch sein mag: Kein Führer vergisst zu erwähnen, dass die Stadt den stolzen Titel »Atenas de Cuba« trägt. Theater, Bibliothek, höhere Schule, eine philharmonische Gesellschaft zogen im 19. Jahrhundert Dichter und Musiker an. Intellektuelle und Künstler blickten hochmütig auf die Hauptstadt Havanna herab. Was hatte Matanzas, dass selbst Havanna daneben verblasste?

Die Glanzzeit von Matanzas begann Mitte des 19. Jahrhunderts und dauerte bis etwa 1920. Das entspricht recht genau dem Leben von Miguel Faílde. Der begnadete Musiker wurde 1857 geboren und starb 1921.






Kuba, Matanzas, Pueblo Viehjo, Casino Español; Fassade des neoklassizistischen Baus.
Das Casino Español, einer der kulturellen Brennpunkte.
Hier  wurde die erste Danzonette uraufgeführt,
eine Weiterentwicklung des Dazóns.

Die Erfindung des Danzón

Am 1. Januar 1879 führte Miguel Faílde im Liceo von Matanzas den ersten Danzón der Weltgeschichte auf. Seine Komposition »Las Alturas de Simpson« benannte er nach einem Viertel, in dem die Schwarzen von Matanzas wohnten. Im Danzón verband Miguel Faílde europäische Gesellschaftstänze und klassische Musik mit Elementen aus afrikanischen Traditionen. Auf diese Weise schuf er ganz bewusst eine neue, genuin kubanische Art zu musizieren und zu tanzen.


Kuba, Matanzas, auf dem Platz vor der Catedral de San Carlos Borromeo ruhen sich Einheimische aus.
Vor der Kathedrale gibt es ein schönes Plätzchen zum
Ausruhen und außerdem: kostenloses Wlan.
Die konservative Presse, geprägt von der kolonialen spanischen Oberschicht, verunglimpfte den Danzón als »Negermusik«. Doch die in Kuba geborene Generation, die Criollos nahmen den neuen Tanz mit Begeisterung auf. Der Danzón wurde zum Ausdruck einer eigenen kubanischen Identität, und schon sehr bald verband sich damit auch das Streben nach Unabhängigkeit. Ungefähr 1895 erreichten diese Strömungen auch die Hauptstadt Havanna, die naturgemäß besonders stark von der spanischen Kolonialmacht dominiert wurde.

Kuba, Matanzas, Schild der Werkstatt mit der Aufschrift Ediciones Vigia, Taller Editorial.
In den Ediciones Vigia an der Plaza de Vigia werden Bücher in kleinen Auflagen mit der Hand hergestellt
und für 10 bis 20 CUC verkauft.



Kuba, Matanzas, Pueblo Viejo, Blick von der Dachterrasse in die Calle Santa Teresa.
Blick von der Dachterrasse unserer Unterkunft bei Mandy
in die Calle Santa Teresa Richtung Innenstadt.



Ein Marketing-Genie in Matanzas

Wir wohnen am Rand des Pueblo Viejo zwischen dem Flüssen Yumuri und St. Juan. Die Altstadt liegt nur knapp über dem Meeresspiegel. Sei es, dass die Flüsse durch das Meer zurückgestaut werden, sei es die marode Kanalisation, immer wieder zwingen uns überschwemmte Straßen zu Umwegen. Das Haus unseres Gastgebers Amando, genannt Mandy, steht in der Calle 290. Wie überall hat man auch hier nach der Revolution die Straßen recht willkürlich umbenannt. Die Einheimischen ignorieren das, für sie heißt die Calle 290 nach wie vor Santa Teresa.

Gemüseverkäufer in der Santa Teresa. Mit seinen Schubkarren
muss er immer dem Schatten hinterherwandern.
Mandy ist ein Marketing-Genie. Nur so kann man erklären, dass seine Pension in einer Stadt wie Matanzas dermaßen floriert. Sein Casa Particular hat Mandy »Villa Soñada« getauft – Traumhaus. »Meine Gäste sollen sich bei mir wie in einem guten Hotel fühlen« sagt er, und dieses Ziel hat Mandy zweifellos erreicht. Abends bewirtet er auf der Dachterrasse auch Gäste anderer Häuser. Jeden Abend lernt man hier neue Leute kennen und kann Erlebnisse und Tipps austauschen.



Kuba, Matanzas, Parque de los Bomberos an der Plaza de Vigia, neoklassizistische Fassade, Tor offen darin Feuerwehrautos.
Die neoklassizistische Feuerwehr an der Plaza de Vigia
ist eines der schönsten Gebäude in Matanzas.

Altstadt – das Pueblo Viejo

Matanzas hat heute 120 000 Einwohner. Die Stadt geht auf eine Keimzelle an der Placa de Vigia zurück. Dort siedelten sich im Jahr 1693 dreißig kanarische Familien an. Entscheidend für die Gründung war natürlich der Hafen. In der Bucht von Matanzas wurde Rindfleisch für die spanische Flotte umgeschlagen und Salz aus den Salinen der Halbinsel Hicacos (Varadero) verschifft, das für die Konservierung unentbehrlich war.



Kuba, Matanzas, riesiges Zahnrad einer Zuckerrohrmühle im Pueblo Viejo
Das Zahnrad einer Zuckermühle erinnert daran,
wo einst der Reichtum der Stadt herkam.
Die heute erhaltenen neoklassizistischen Kolonialbauten stammen alle erst aus der Blütezeit der Stadt im 19. Jahrhundert. Die Gebäude gruppieren sich um die beiden ca. 500 Meter auseinanderliegenden Plätze Placa de Vigia und Parque de la Libertad. Besonders sehenswert sind der Parque de los Bomberos, die Feuerwehr an der Placa de Vigia, und die Brücke Puente Calixto Garcia. Die Stahlkonstruktion der Puente Calixto Garcia über den Fluss St. Juan verbindet seit 1899 das Pueblo Viejo mit dem Pueblo Nuevo, also Alt- und Neustadt. Grundlage des Wohlstands der Stadt war das grüne Gold: Im Jahr 1862 produzierten im Hinterland von Matanzas 456 Zuckermühlen die Hälfte des gesamten kubanischen Rohzuckers, der damals etwa ein Viertel der Weltproduktion ausmachte.

Kuba, Matanzas, Stahlkonstruktion der Puente Calixto Garcia über den Rio St. Juan, darauf Fahrzeuge und Fußgänger
Die Puente Calixto Garcia über den Rio St. Juan verbindet Alt- und Neustadt.


Kuba, Matanzas, Museo de la Ruta de los Escalavos mit Castillo de San Severino, hohe, baummstammförmige Ritualtrommeln aus Holz, bemalt mit Auge und Masken.
Ritualtrommeln mit afrikanischen Wurzeln. Im
Castillo de San Severino endete einst die
Reise aus Afrika. Hier hat man das Museo
de la Ruta des los Esclavos eingerichtet.

Versalle – die afrikanische Seele von Matanzas

Während im Süden der Fluss St. Juan Pueblo Viejo und Pubelo Nuevo trennt, führt im Norden die Brücke Puente de la Concordia über den Fluss Yumuri in den Stadtteil Versalles. Hier schlägt das afrikanische Herz von Matanzas. Tausende und Abertausende Sklaven schufteten auf den Zuckerrohrplantagen. Manche konnten sich von ihren Herren freikaufen, manche wurden auch freigelassen. Abgeschafft wurde die Sklaverei in Kuba sehr spät, erst im Jahr 1886. Viele ehemalige Sklaven ließen sich im Stadtteil Versalles nieder. Während wenige Schritte über die Brücke im Pueblo Viejo das »Athen Kubas« blühte, organisierten sich die Schwarzen in Bruderschaften, sogenannten Cabildos, und verehrten die alten Götter, die sie in ihren Herzen aus Afrika mitgebracht hatten. Die Anfänge der Cabildos lassen sich bis 1808 zurückverfolgen. In diesem Milieu entstand in der Zeit um 1895 die Rumba. Um Missverständnissen vorzubeugen: Rumba hat wenig bis gar nichts mit dem zu tun, was wir in Mitteleuropa in der Tanzschule lernen. In Kuba versteht man darunter eine Reihe von Musik- und Tanzstilen (am bekanntesten Yambú, Guaguanco, Columbia), die ganz besonders stark afrikanisch geprägt sind.

Kuba, Matanzas, Befestigungen des Castillo de San Severino, gewaltiger Graben und hohe Mauern.
Das Castillo de San Severino liegt etwa 1,5 Kilometer nordöstlich von Versalles. Im 18. Jahrhundert trafen
hier die Sklaven aus Afrika ein. Später diente die Festung als Gefängnis für kubanische Freiheitskämpfer.

Kuba, Matanzas, Türme der Iglesia de San Pedro Apostol in Versalles ragen halb verdeckt von belaubten Bäumen, davor schäbige Wohnbebauung.
Nicht weit von der sehenswerten neoklassizistischen Iglesia
de San Pedro Apostol in Versalles liegt der Hersheybahnhof.

Seit 100 Jahren Hershey

In Versalle liegt eine Endstation der Hersheybahn, der einzigen elektrischen Eisenbahn Kubas. 1916 baute die Hershey Chocolate Company aus Pennsylvania/USA eine große Zuckermühle auf halbem Weg zwischen Havanna und Matanzas. Bis zur Revolution 1959 hieß das Unternehmen Central Hershey, dann wurde es verstaatlicht und in Camilo Cienfuegos umbenannt. Hershey ließ 135 Kilometer Gleise verlegen, erst nur für Dampfloks. Doch schon sehr früh ab 1919 wurde die Strecke elektrifiziert.



2002 musste die Zuckermühle mangels Rentabilität ihren Betrieb einstellen. Aber die altersschwachen Triebwagen der Hersheybahn, die Generationen von Arbeitern zu den Arbeitsplätzen in der Zuckermühle und auf den Plantagen brachten, fahren immer noch. Für die strukturschwache ländliche Gegend, in der sonst nur Camiones auf schlechten Straßen verkehren, ist die Bahn nach wie vor ein unverzichtbares Transportmittel.
Eisenbahnbrücke zwischen Pueblo Viejo und Versalles über den Yumuri. Ein Mann läuft auf den Schienen, die auf die Brücke zuführen.
Eisenbahnbrücke zwischen Pueblo Viejo und Versalles über den Yumuri.


Kuba, Matanzas, Versalles, blaues Gebäude des Hersheybahnhofs, davor weidet ein knochiges Pferd auf dem Rasen
Der Hersheybahnhof  ist das blaue Gebäude im
Hintergrund. Auf den Rasenflächen davor Pferde.

Ausflug ins Yumurital

Der Elektrozug fährt auf seinem Weg von Versalles Richtung Havanna durch eine der schönsten Kulturlandschaften Kubas, nämlich das üppige, grüne Yumurital. Unser Plan ist, mit der Bahn bis zur etwa zwei Stunden entfernten stillgelegten Zuckermühle zu fahren und dort die »Jardines de Hershey« zu durchstreifen. Die einst vom Schokoladenkönig Milton Hershey (1857 bis 1945) angelegten Gärten sind heute verwildert und sollen äußerst reizvoll sein.



Kuba, Matanzas, Yumurital, grüne Wand aus dichten Büschen, dahinter ragen Köngspalmen auf
Eine üppige grüne Vegetation und viele Königspalmen
sind charakteristisch für das Yumurital.
Unser Gastgeber Mandy ist strikt gegen unseren Plan: »Was wollt Ihr machen, wenn der Zug für die Rückfahrt ausfällt? Ihr sitzt dann fest, und wenn Ihr doch noch ein Taxi bekommt, wird es sehr, sehr teuer!« Wir schlagen seine Warnungen in den Wind – no risk, no fun. Am Bahnhof in Versalles erfragen wir die Abfahrtszeiten: Züge starten morgens um 4 Uhr, mittags um 12 Uhr und nachmittags um 16 Uhr. Da uns 4 Uhr zu früh ist, bleibt nur 12 Uhr, wenn wir es am gleichen Tag zurückschaffen wollen.

Doch ausgerechnet der Zug um 12 Uhr fällt an beiden Tagen aus, die uns noch in Matanzas zur Verfügung stehen. Neuer Plan: Da der Zug um 16 Uhr fährt, kaufen wir für 80 Centavos Karten nach Mena, das etwa eine Viertelstunde Fahrtzeit von Matanzas entfernt im Yumurital liegt. Von dort wollen wir die fünf Kilometer gemütlich in die Stadt zurücklaufen. Der Zug wird sehr voll, viele warten schon seit 12 Uhr am Bahnhof. Mit ziemlicher Verspätung und einigem Getöse setzt sich der Triebwagen endlich in Bewegung und bringt uns glücklich nach Mena. Als wir dort aussteigen, finden wir uns in einer vollkommen friedlichen Landschaft wieder.

Kuba, Matanzas, Yumurital, Weg in der Abenddämmerung, rechts und links üppiges Grün und Königspalmen.
Besonders am Abend herrschte im Yumurital
die meiste Zeit vollkommene Stille.
Das herrliche grüne Tal ist von den charakteristischen Königspalmen geprägt. Am Wegrand grasen Ochsen und Pferde, gelegentlich fährt ein Pferdegespann an uns vorbei. Dummerweise laufen wir eine ganze Weile in die falsche Richtung und es wird schon langsam dämmrig, als uns ein Bauer den richtigen Weg zurück nach Matanzas weist. Schnell wird es stockdunkel, und wir haben noch mindestens sieben Kilometer vor uns. Zu unserem Glück kommt ein verspäteter Lastwagen vorbei und nimmt uns mit zurück in die Stadt.


Kuba, Rio Canimar, Naturschutzgebiet La Arboleda, grünes unbewegtes Wasser, am Ufer dichte Büsche, im Hintergrund Wipfel von Palmen.
Dschungelartige Vegetation an den Ufern des Rio Canimar.

Paradies am Rio Canimar

Etwa acht Kilometer östlich der Stadt mündet der Rio Canimar in die Bucht von Matanzas. Die Küstenstraße Via Blanca überquert auf dem Weg nach Varadero den Fluss auf der 65 Meter hohen Brücke »Puente Guiteras«. Entlang den Ufern des Canimar erstreckt sich dichte, dschungelartige Vegetation. Die herrliche Natur erkundet man am besten auf dem Fluss. Von Varadero und sogar von Havanna aus werden viele Ausflüge angeboten, die allerdings zum Teil recht teuer sind. Direkt unterhalb der Brücke kann man Boote mieten.

Kuba, Campismo am Rio Canimar, kleine, bunt angestrichene Betonhütten mit Flachdach auf einer schönen Wiese im Wald.
Camping auf kubanisch: In den Hütten des Campismo am
Rio Canimar findet man im November keine Gäste.
Kommt man von Matanzas, bietet sich ein Ziel einige Kilometer oberhalb der Flussmündung an. Für 15 CUC bringt uns ein Buick Baujahr 1955 in einer halben Stunde Fahrt zum Naturschutzgebiet »La Arboleda». Wir fahren erst ein kurzes Stück auf der Via Blanca Richtung Varadero, biegen aber schon sehr bald rechts beziehungsweise nach Süden ab auf die Straße nach Jovellanos und Colón. Nach etwa sechs Kilometern fahren wir links auf einen Feldweg, der unter der Bahnlinie hindurch zum Campismo Canimar führt. Campismo ist die kubanische Form des Campingplatzes, eine Ansammlung kleiner Hütten, oft sehr abgelegen wie auch in diesem Fall und nicht unbedingt für Touristen gedacht. Direkt nach dem Campismo erreichen wir den Fluss und »La Arboleda».

Kuba, La Arboleda, Bootsverleih am Ufer des Rio Canimar
La Arboleda: Hütten und ein Restaurant im Ranchonstil, am Ufer Ruder-, Tretboote und Kajaks zum mieten.

Kuba, Rio Canimar, Naturschutzgebiet La Arboleda, im Vordergrund grünes Wasser, am Ufer mehrere Meter hohes Schilf, im Hintergrund eine Kalkfelswand.
Stellenweise ragen am Ufer des Rio Canimar
Kalkfelsen bis zu 90 Meter in die Höhe.

Paradies am Fluss: La Arboleda

Beim Eintritt werden fünf Pesos fällig, doch wir bekommen einen Gutschein von drei Pesos für den Verzehr. Das reicht schon fast für das Mittagessen in dem einfachen und preiswerten Restaurant im Ranchonstil, wo im Freien gekocht und gegessen wird. Wir treffen am späten Vormittag ein und haben erst mal das ganze Naturschutzgebiet für uns alleine. Später kommen noch einzelne weitere Besucher, alles Kubaner, meist Familien.


Kuba, La Arboleda, Rio Canimar, grauer, reiherartiger Vogel auf einem Ast über einem Teppich aus Wasserpflanzen, im Hintergrund liegt ein Kalkfelsen im Fluss.
Man fühlt sich wie am Amazonas: Vögel, Fische, Wasserpflanzen.
Am Ufer liegen Ruderboote, Kajaks und Tretboote. Wir entscheiden uns für ein Ruderboot, weil das am besten zur zauberhaft ruhigen Atmosphäre auf dem Fluss passt. Am gegenüberliegenden Ufer ragt eine Kalkfelswand etwa 90 Meter in die Höhe. Wir rudern langsam flussaufwärts, das tiefgrüne Wasser hat kaum Strömung. Der Fluss wird schmaler, das Boot schiebt sich durch einen dichten Teppich aus Wasserpflanzen und der Dschungel am Ufer rückt immer näher. Man fühlt sich wie ein Forschungsreisender auf dem Amazonas.

Kuba, La Arboleda, Rio Canimar, am Ufer wächst viele Meter hohes Schilf, davor stehen fünf Fischer bis zur Hüfte im Wasser.
Fischer, die bis zur Hüfte im Wasser stehen.
Nachmittags mieten wir dann doch noch ein Tretboot, weil ich einfach nicht mehr rudern kann. Jetzt erkunden wir den Canimar flussabwärts Richtung Meer. Das Ufer weicht zurück, schon unmittelbar nach der ersten Biegung wird der Fluss bald etwa 100 Meter breit. Aber auch hier sind wir ganz allein. Bis auf das Plätschern des Wassers und ab und zu Vogelgeschrei umgibt uns vollkommene Stille. Ich kann nur jedem wünschen, einmal diese magische Atmosphäre zu erleben.

Kuba, Matanzas, Verkaufstand am Busbahnhof.
Abschied von Matanzas. Am Busbahnhof kaufen wir fritierte Chicharos.
 Der Verkäufer winkt, als unser Bus nach Havanna startet.

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